
Die Highlights von Rochester: Eastman House, Videogame Hall of Fame und Erie-Kanal
Durch einen findigen Unternehmer ist Rochester im ausklingenden 19. Jh. zu einer Hochburg der Fotografie geworden. Später wurde in der Stadt am Erie-See auch der Fotokopierer erfunden. Jüngste Errungenschaft ist die Hall of Fame für das Videospiel.

Von der boomenden Industriestadt zur grauen Maus zu einer vielfältigen Stadt mit hohem Entertainment-Faktor. So ungefähr ließe sich der Werdegang Rochesters in den vergangenen anderthalb Jahrhunderten zusammenfassen.
Der Aufstieg der nach New York City und Buffalo drittgrößten Stadt New Yorks basiert maßgeblich auf zwei Unternehmen deren Geschäft auf sehr unterschiedliche Weise die Fotografie war. Beide sollten im 20. Jh. zu Weltmarken werden, ehe sie ins Straucheln gerieten.
Den Anfang hat ein gewisser George Eastman (1854–1932) gemacht. In der Nähe von Rochester zur Welt gekommen, hat er nach mehreren weniger erfolgreichen Versuchen in den 1880er Jahren eine Firma namens Kodak gegründet.
Kodak und George Eastman: Fotografie als Massenmedium
Die Fotografie war damals bereits ein gängiges Medium, doch dem findigen Eastman ist es unter anderem durch den Kauf von Patenten gelungen, es der Allgemeinheit schmackhaft und zugänglich zu machen. Hierzu hat eine preisgünstig hergestellte Kamera inklusive Film auf den Markt gebracht und zusätzlich auch die Entwicklung angeboten.
Das Kodak-Konzept also war darauf ausgelegt, dem Kunden lediglich die Betätigung des Auslösers zu überlassen und alle anderen Schritte bis zum fertigen Foto zu übernehmen.

Mit seiner Firma hat Eastman es in wenigen Jahren zu beträchtlichem Reichtum gebracht. Dabei aber hat er auch an seine Mitarbeiter gedacht, denn als erster US-Unternehmer hat er für seine Mitarbeiter freiwillig eine Altersrente, Arbeitsunfähigkeitsrente, Lebensversicherung sowie eine Lohndividende eingeführt.

Gelebt hat er in einer großzügigen Villa am Ostrand der City, in der neben tropischen Gewächsen auch ein lebensgroßer Elefant die Blicke auf sich zieht. Das extravagante ist stilecht in einen geräumigen Park eingebettet. Beide stehen heute Besuchern offen, die sich vor Ort gerne ausführlich über den Aufstieg des Fotoapparats zum selbstverständlichen Alltagsgegenstand wundern.
Auch der Fotokopierer wurde in Rochester erfunden
Gleichfalls in Rochester ansässig war die Firma Xerox, der es 1938 erstmalig gelungen ist, die Kopie einer Schriftvorlage mittels der sogenannten Elektrofotografie anzufertigen. Nachdem das Unternehmen 1942 das Patent für diese Erfindung erhalten hat, konnte sie die schnelle Vervielfältigung von Bildern und Schriftstücken revolutionieren.
Später zeichnete Xerox auch für die Entwicklung kombinierter Drucker, Faxgeräte und Kopierer sowie des Ethernets verantwortlich, ehe weite Teile nach Connecticut umgesiedelt sind.

Highlights von Rochester: das Strong Museum of Play
Ein Xerox-Museum vom Schlage des Eastman House fehlt in Rochester. Dafür aber ist die Stadt Sitz des The Strong National Museum of Play. Die Sammlung widmet sich der Geschichte vor allem amerikanischer Spiele, wobei auch das Videospiel gebührend zur Geltung kommt.

Wer mal wieder Tennis wie auf den Konsolen der 1980er Jahre spielen möchte, ist hier ebenso richtig aufgehoben, wie Fans von Ego-Shootern. Sehenswert ist auch die Sammlung nostalgischer Flipper.
Ein Denkmal für Frederick Douglass
Ganz in der Nähe befindet sich ein Monument, das an Frederick Douglass erinnert. Der Protagonist der Antisklaverei-Bewegung hat sich nach seiner Flucht aus der Gefangenschaft in Rochester niedergelassen, wo er seine einflussreiche Zeitung „North Star“ gegründet hat. Den Stellenwert des Bürgerrechtlers untermauert auch die Tatsache, dass der Flughafen Rochesters nach ihm benannt ist. Sein Grab befindet sich außerhalb der Stadt in der Nähe der Universität.

Informationen zu den Highlights von Rochester
George Eastman hat die Firma Kodak 1892 in der Stadt Rochester im Nordwesten des US-Bundesstaates New York gegründet. Wer sich für die Firmanhistorie und den Unternehmer interessiert, kann das Eastman House besuchen.
George Eastman Museum: 900 East Avenue, Rochester, NY 14607, Di–Sa 10–17, So 11–17 Uhr, Eintritt 23 USD
Der Fotokopierer wurde in Rochester, New York erfunden. Das Gerät geht auf den Physiker Chester F. Carlson zurück, der das Patent in den 1930er angemeldet hat. Noch 2011 war Xerox auf Platz 121 der weltweit umsatzstärksten Unternehmen, danach hat die Digitalisierung das Geschäftsfeld schrittweise überflüssig gemacht. Die Webseite xeroxnostalgia.com erinnert an die Errungenschaften von Xerox.
Ja, die International Videogame Hall of Fame ist Bestandteil des Strong Museum of Play in Rochester, New York.
The Strong Museum of Play: 1 Manhattan Square Drive, Rochester, NY 14607, museumofplay.org, tgl. 10–17, Fr, Sa bis 20 Uhr, Eintritt 25 USD
Definitiv lohnt sich der Besuch von Rochester. Highlights sind das George Eastman Museum, das Strong Museum of Play sowie ein Bootsausflug auf dem Erie Kanal.
Von Buffalo sind es etwa 100 km bis nach Rochester, von den Niagarafällen etwa 130 Kilometer. Von New York City muss man mit dem Auto knapp sechs Stunden Fahrtzeit rechnen.
Ja, die Bootstour von Sam Patch Cruises Erie Canal ab Rochester ist kontemplative Sache, bei der weitere Details aus der bewegten Geschichte der Stadt ans Tageslicht kommen. Die Boote legen in Pittsford südöstlich von Rochester ab.
12 Schoen Place, Pittsford, NY 14534, cornhillnav.org, ab 25 USD
Mir persönlich hat das Lokal von Black Button Distilling gut gefallen. Es gibt Hochprozentiges aus eigener Produktion, Craft-Beer und passende Snacks in einer ehemaligen Lagerhalle.
1344 University Ave., Rochester, NY 14607, blackbuttondistilling.com, Do–Fr 16–21, Sa 12–21, So 12–17 Uhr

Weitere Informationen auf der Webseite des Tourismusbüros Visit Rochester.

