Kolonie weißer Pelikane in den Ten Thousand Islands in Südflorida

Zuletzt bearbeitet am 10/08/2026

Die schönste Bootstour durch die Everglades

Die am Rande der Everglades gelegenen Ten Thousand Islands verbreiten ein Gefühl der Unberührtheit und Wildnis. Ein Flüsterboot ermöglicht Passagieren die verantwortungsvolle Erkundung dieses sensiblen Biotops. Viele seltene Tiere fühlen sich hier ganzjährig wohl.

Überdachtes Flüsterboot bei der Bootstour durch die Ten Thousand Islands in Florida

Der Mensch neigt zur Übertreibung. Deshalb sollte es nicht verwundern, dass sich hinter dem großspurigen Begriff »10 000 Islands« in Wahrheit nur einige Hundert Inseln verbergen. Diese reichen allerdings, um die westlichen Ausläufer der Everglades zu einem verwirrend vielschichtigen Gebiet zu machen.

Archipel mit kleinen und sehr kleinen Inseln

Nur einen Steinwurf vom Festland entfernt, breitet sich ein unübersichtliches Geflecht aus kleinen bis sehr kleinen Inseln aus, deren Anordnungen nur Platz für verschlungene Wasserstraßen bietet. Die 10 000 Islands sind den Everglades vorgelagert, gehören aber nur zum Teil gleichnamigen Nationalpark. Durch ihre recht große Entfernung zum Großraum Miami werden sie von den Besuchermassen weitgehend verschont.

Delfin und Fischadler bei Bootstour durch die Ten Thousand Islands

Erste Anlaufstation ist Everglades City, dessen Name eine weitere maßlose Übertreibung darstellt. Wer die Siedlung erreicht, kann mit viel gutem Willen ein Dorf erkennen, dessen auffälligstes Bauwerk das strahlend weiße County House ist. Am Ortsrand befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Meer eines von vier Besucherzentren der Everglades.

Die Everglades: bedrohtes Kleinod

Das Naturschutzgebiet ist durch die Bevölkerungsexplosion Floridas akut in seinem Fortbestand gefährdet. Trotz manch anderer Definition handelt es sich dabei eigentlich um einen extrem breiten, flachen und sehr langsam fließenden Fluss. Dieser bezieht sein Wasser aus den unzähligen artesischen Quellen, die sich in der Mitte sowie im Norden von Florida befinden.

Passagiere bei der Bootstour durch die Ten Thousand Islands in den Everglades bei Naples

Mit anderen Worten: die Everglades sind nur dem Anschein nach eine Sumpflandschaft. Das aber ändert nichts daran, dass sie in weiten Teilen nur schwer zugänglich sind. Die vielen Besucher, mittlerweile sind es mehr als zwei Millionen pro Jahr, knubbeln sich daher entlang der wenigen Straßen.

Beschauliches Everglades City

Dort sind die Parkplätze oftmals dem Ansturm nicht mehr gewachsen. Hinzu kommen noch jene Besucher, die nicht den Nationalpark aufsuchen, sondern außerhalb der Grenzen an Bord eines lärmenden Airboats durch die sensible Flora und Fauna bürsten. 

Blick auf die Küstenlinie bei Everglades City in Florida

Doch zurück nach Everglades City, wo jede Art von Hektik weit weg scheint. Erfahrene Abenteurer können hier natürlich auf eigene Faust ins Kanu steigen. Kaum weniger erhaben ist eine Tour in einem Flüsterboot, dessen Kapitän respektvoll mit dem UNESCO-Biosphärenreservat umgeht.

Fischadler und Delfine 

Schon kurz nach dem Start bekommen die Passagiere erste Tiere zu sehen. Mal sind es Schlangenhalsvögel (Aningha), dann wieder Fischadler (Osprey). Manchmal entschließen sich Delfine spontan dazu, das Boot zu begleiten – und auch Manatis fühlen sich in den flachen Gewässern wohl.

Pelikane auf einer Mangroveninseln in den Ten Thousand Islands in Florida

Allgegenwärtig sind unterdessen die Mangrovenwälder, die bis vor 100 Jahren so vielen Küstenabschnitten Floridas als natürlicher Schutzwall gedient haben. Auch ermöglichen sie Jungfischen, aus den Fängen größerer Raubtiere zu bleiben. Die größte Attraktion ist eine Kolonie seltener weißer Pelikane, die es sich jedes Jahr von November bis April mit einer erheblichen Geräuschkulisse auf einer Sandbank gemütlich macht.

Autor Ralf Johnen an Bord eines Ausflugsbootes in den Everglades

Die Tiere zieht es aus nördlichen Gefilden in den warmen Südwesten Floridas. Wenn sich mehrere Hundert Pelikane auf engem Raum tummeln, ist dies ein erhabener Anblick. Allerdings verfügen die Tiere über einen Körpergeruch, der in der Masse recht intensiv ist.

Infos zu den Ten Thousand Islands

Auch die Webseite von Visit Florida widmet sich den Ten Thousand Islands in einem Artikel. 

Was sind die Ten Thousand Islands? 

Die Ten Thousand Islands sind ein Inselarchipel im Südwesten Floridas. Die Inselgruppe ist nicht zu verwechseln mit den Thousand Islands, die zwischen New York State und Kanada im Sankt-Lorenz-Strom liegen. Die Inselgruppe besteht in Wahrheit nur aus einigen Hundert Eilanden, von denen nur eines bewohnt ist: Chokoloskee. Das war früher anders: die nunmehr verdrängten indigenen Völker Südfloridas waren hier über einen langen Zeitraum zuhause.

Den besten Zugang zur Inselgruppe hast du in Everglades City. Hier starten auch die Bootstouren und hier kannst du dir ein Kajak mieten. 

Wo liegen die Ten Thousand Islands? 

Der Archipel der Ten Thousand Islands befindet sich rund 140 Kilometer westlich von South Beach Miami. 

Anfahrt: Über US 836 und US 41 nach Westen bis zur Kreuzung mit US 29, dort nach Süden bis Everglades City, durch den Ort hindurch zum Gulf Coast Visitor Center. 

Welche ist die beste Bootstour durch die Everglades? 

Die Firma Everglades Florida Adventures (815 Oyster Bar Lane, S.R. 29, Everglades City) bietet eine dreistündige Tour durch die Mangroven des Archipels an. Ich persönlich fand die Tour grandios (9/10).

Tickets für die Bootstouren kosten 65 USD pro Person. 

Besucherzentrum des Everglades National Park: Gulf Coast Visitor Center, 815 Oyster Bar Lane, Everglades City, www.nps.gov/ever, täglich 9 bis 16.30.



Was sollte ich mir in der Nähe des Ten Thousand Islands ansehen?

Ein Abstecher in den Millionärsort Naples ist sehr unterhaltsam. 

In der Big Cypress National Preserve hingegen ist Florida immer noch wild. In den unwegbaren Landschaften leben auch noch geschätzte 100 Exemplare des bedrohren Florida Panther. 

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