
Oregons Outback: Unterwegs zu Steens Mountain und Alvord Desert
Von der winzigen Siedlung Fields sind es nur noch 20 Kilometer bis nach Nevada. Auch die Grenzen zu Utah, Idaho und Kalifornien sind hier näher als die Hauptstadt Portland. Menschen allerdings leben hier kaum. Mit anderen Worten: der Südosten ist ein Terrain für Individualisten, die das Abenteuer nicht scheuen.

Südost-Oregon ist wild. Das wird nirgendwo deutlicher als am Steens Mountain. Der 2967 Meter hohe Berg ist ein solitärer Gipfel, der ohne Anbindung an ein Gebirge eine Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 80 Kilometern besitzt. Er ist weithin sichtbar, ein prägender Einfluss auf das lokale Klima und ein vorzügliches Ausflugsgebiet für furchtlose Roadtripper. Erschlossen ist der Berg über den Steens Mountain Loop – eine Straße, die es in sich hat.
Auf dem Steens Mountain Loop
Der Loop startet und endet an der Oregon State Road 205, wo er eine 95 Kilometer lange Schleife bildet. Wer am südlichen Eingang startet, passiert zunächst einen hölzernen Bogen, wie das bei Ranches im Mittleren Westen auch oft der Fall ist.

Schon hier handelt es sich nicht um eine asphaltierte Straße, sondern um eine sogenannte „Dirt Road“, also eine Piste aus grobem Schotter. Gut unterhalten, aber nicht befestigt. Eine letzte Warnung, dass man hier einen Wagen mit Allradantrieb fahren sollte.
Oregons Outback: Beifuß und Wacholder
Die Landschaft ändert sich derweil zunächst nur wenig: Prairie, in der Beifuß gedeiht und aus der immer mal wieder ein Wacholderbusch hervorragt. Nach etwa 20 Kilometern steigt die Straße immer weiter an. Nun wechseln sich lange Geraden mit Serpentinen ab. Mal geht es durch eine schmale Schlucht, dann wieder fällt der Blick auf den Berg oder in die Ferne.

Die Straße ist breit genug, um keine Konflikte mit dem spärlichen Gegenverkehr zu verursachen. Doch Parkbuchten oder gar Aussichtsplattformen sind spärlich.
Steens Mountain: Blick auf Alvord Desert
Insgesamt gibt es drei sogenannte Overlooks, die einen phänomenalen Blick auf die Umgebung gestatten. Sei es die Alvord Desert im Tal oder das schroffe Bergmassiv, wo in mittlerer Höhenlage kleine Espenwälder gedeihen.

So weit kommt es bei unserer Fahrt jedoch nicht, denn das Thermometer sinkt in Richtung Gefrierpunkt. Auch zieht rund um den Gipfel ein Unwetter auf. Und unsere Vermieter hatten uns noch mit auf den Weg gegeben, dass sie während einer Erkundung in einen Schneesturm geraten waren, der sie Schlimmstes hatte befürchten lassen.
Umkehr wegen Blizzard-Gefahr
Also entschließen wir uns zur Umkehr. Wegen seiner isolierten Lage ist Steens Mountain mehr noch als die meisten anderen kein Schlechtwetterberg. Auch ohne die Passage der Passhöhe aber ist die Fahrt ein Abenteuer, das in Erinnerung bleibt.


Mini-Wüste in Oregons Outback
Nach einem weiten Bogen über Fields wartet auf der Lee-Seite des Berges die Alvord Desert. Die Mini-Wüste verdankt ihre Existenz der Tatsache, dass die in der gesamten Region spärlichen Niederschläge auf der Wetterseite des Steens Mountain fallen.

Trockenheit, erbarmungslose Hitze im Sommer sowie empfindliche Kälte im Winter sorgen dafür, dass sich aus der Ostseite auf einer Fläche von 19 mal 11 Kilometern so gut wie keine Vegetation halten kann.
Die heißen Quellen von Alvord Desert
Ein paar heiße Quellen und die bizarre Landschaft spülen dennoch einige eher verwegene Touristen in die Region. Der von Streulicht unbeeinträchtigte Nachthimmel ist ein weiteres Argument für einen Abstecher.

Weil Unterkünfte und Einkaufsmöglichkeiten nur spärlich vorhanden sind, bringen die meisten Besucher ihre eigenen Übernachtungsmöglichkeiten mit.

Ohne Wohnmobil oder eigenes Zelt ist eine langfristige Vorbereitung umso wichtiger. Denn auch wenn diese spröde und dabei sonderbar schöne Gegend unwirtlich sein mag, so gibt es doch genug Interessenten für die wenigen Unterkünfte.
Informationen zu Oregons Outback
Oregons Outback ist die dünn besiedelte Region im Osten des Bundesstaates. Vor allem der karge Südosten im Grenzgebiet zu Nevada und Idaho ist ein exzellentes Terrain für Abenteurer.
Von Oregons Hauptstadt Portland sind es gut 600 Kilometer oder sechs Autostunden bis zum Frenchglen Hotel. Nach Boise im US-Bundesstaat Idaho sind es immerhin 365 Kilometer.
Die einzige nennenswerte Unterkunft in der Nähe von Steens Mountain ist das historische Frenchglen Hotel.
Dabei handelt es sich um ein historisches Anwesen an einem skurrilen Ort, rechtzeitig buchen! Im Hotel gibt es auch ein Restaurant, das alle drei Mahlzeiten anbietet.
39184 Highway 205, Frenchglen, OR 97736, Tel. +1 541 49 32 825, historicfrenchglenhotel.com, ab 110 USD. GPS: 42.82681, -118.91238 (Frenchglen Hotel)
Wir hatten das Glück, in einem Airbnb unterzukommen. Die beiden Besitzerinnen haben uns selbst gebackenes Brot und Eier von ihren Hühnern gebracht. Infos auf Anfrage bei mir.
Nicht wirklich, der einzige Ort, wo du etwas zu essen kaufen kannst, ist der Fields Station General Store. Spezialität: Milkshakes.
22276 Fields Dr., Fields, OR 97710, +1 541 49 52 275, keine Webseite, tgl. 8–18 Uhr
Der Steens Mountain Loop ist meist von Juli bis Anfang Oktober geöffnet. Für die 95 km lange Strecke sollte man bis zu 5 Std. einplanen. Doch Vorsicht: das Wetter kann schnell und unerwartet kippen, daher gut informieren und auf einen Wagen mit Allradantrieb achten.
Die Alvord Desert Hot Springs sind eine seiße Quelle mit schlichter Ausstattung in grandioser Umgebung. 36095 E Steens Rd., Princeton, OR 97721, Tel. +1 541 58 92 282, alvordhotsprings.com

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