Besucher auf einer Felsformation am Grand Canyon West in Arizona

Zuletzt bearbeitet am 10/08/2026

Die neuen Preise für Nationalparks in den USA

Die Nationalparks in den USA erheben für ausländische Besucher neue Preise. Diese Nachricht macht seit einigen Monaten die Runde und sie sorgt für erhebliche Verunsicherung. Nun gibt es endlich konkrete Informationen darüber, wie die neuen Preise für die Nationalparks in den USA für nicht in den USA gemeldete Personen künftig aussehen. Dieser Text liefert die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wird die Zusatzgebühr von 100 USD in den amerikanischen Nationalpark bereits erhoben?

Ja, die neuen Preise für amerikanische Nationalparks sind bereits in Kraft getreten. Die Zusatzgebühr von 100 USD für nicht in den USA lebende Personen betrifft allerdings zunächst nur die elf meistbesuchten Nationalparks.

Bäume im Olympic National Park

Dabei handelt es sich konkret um Acadia (Maine), Bryce Canyon, Zion (beide Utah), Everglades (Florida), Glacier (Montana), Grand Canyon (Arizona), Yellowstone, Grand Teton (beide Wyoming), Rocky Mountains (Colorado), Sequoia und Kings Canyon sowie Yosemite (beide Kalifornien).

Müssen nicht in den USA lebende Besucher auch das normale Eintrittsgeld zahlen?

Ja, in den genannten elf Nationalparks müssen Besucher neben dem Betrag von 100 USD auch das normale Eintrittsgeld entrichten. Dieses beläuft sich zumeist auf einen Betrag in der Größenordnung von 30 bis 40 USD. Eine vierköpfige Familie also zahlt für den Eintritt in den Yosemite National Park in Kalifornien nach diesem Modell künftig 4 mal 35 plus 4 mal 100 USD. Das wären in der Summe 540 USD.

Das klingt nach einem extrem hohen Betrag. Allerdings gibt es ein Schlupfloch, das die Sache deutlich weniger schlimm macht.

Painted Desert Nationalpark im Rückspiegel eines Austos

Kann man den neuen Eintrittsgeldern in den US-Nationalparks entgehen?

Ja, der America The Beautiful Pass bietet die Möglichkeit, die neuen Preise deutlich freundlicher gestalten. Der America The Beautiful Pass bietet Zutritt zu allen US-Nationalparks und hat bislang 80 USD gekostet. Wie der National Park Service mitteilt, wird der zwölf Monate gültige Pass künftig für 250 USD an sogenannte „non residents“ verkauft.

Autor Ralf auf Schneeschuhen im Mount Ranier National Park

Noch besser aber ist die Nachricht, dass in dieser Gebühr alle Insassen eines Pkw inbegriffen sind. So war es bislang auch bei Einzeltickets für alle Nationalparks. Wer also mit der Familie zu einer großen Tour durch die amerikanischen Nationalparks aufbricht, ist mit 250 USD dabei. Wenn man nur einen oder zwei Parks besucht, handelt es sich dabei immer noch um einen saftigen Preis. Doch wer drei oder mehr Parks besucht, dürfte die Erhöhung verkraften können.

Für den niedrigeren Eintrittspreis kommen amerikanische Staatsbürger sowie Inhaber einer Green Card in Frage. Die Mitglieder beider Gruppen müssen sich als solche ausweisen können.

Sind die neuen Preise in den Nationalparks der USA ein Grund für Empörung?

Vordergründig schon. Allerdings lohnt sich die Aufregung angesichts der beschriebenen Regeln für die meisten kaum.

Was die Aufregung vielleicht noch weiter mindert, ist die Überlegung, dass es sich um einige der spektakulärsten Landschaften auf Erden handelt. Dafür war der Eintrittspreis von 30 oder 40 USD pro Fahrzeug ausgesprochen niedrig.

Das ist grundsätzlich zu begrüßen, schließlich sollen die Vorzüge der Natur für jedermann zugänglich sein. Gleichzeitig aber sind viele Nationalparks in der Hauptsaison so überfüllt, dass es kaum noch ein Durchkommen gibt.

Ich persönlich bin mir einigermaßen sicher, dass es von Umweltschützern viel Applaus für die Preiserhöhung in den amerikanischen Nationalparks gegeben hätte, wenn sie von anderen Personen durchgesetzt worden wäre.

Gelten die neue Regeln auch für Reisegruppen?

Bei Reisegruppen, die in einem Bus unterwegs sind, existiert eine ähnliche Regel. Besucht man nur einen Park, werden das normale Eintrittsgeld und in besagten elf Fällen die 100 USD Zusatzgebühr fällig. Auch hier jedoch ist die Anschaffung des America The Beautiful Pass sinnvoll, denn dessen Besitzer können mit ihrem Pass bis zu drei Erwachsene mit in die Parks nehmen. Beim Anschaffungspreis von 250 USD werden auf diese Weise pro Person 62,50 USD fällig. Ein verkraftbarer Aufschlag.

Was passiert mit den zusätzlichen Einnahmen?

Laut National Park Service werden die zusätzlichen Einnahmen in die Infrastruktur der Nationalparks investiert. Wenn dies auch wirklich der Fall ist, ist das eine gute Nachricht für die Nationalparks und für den Erhalt der Natur. Allerdings gab es Meldungen, die von anderweitiger Verwendung ausgehen. So berichtete die New York Times kürzlich, dass mit den Zusatzeinnahmen auch Prestigeprojekte des Präsidenten finanziert werden. Im konkreten Fall ging es um die Reinigung und Neugestaltung des Reflecting Pool am Lincoln Memorial in Washington D.C.

Vergleich mit den Preisen in einem Themenpark

Die Erhöhung der Eintrittspreise zu elf Nationalparks wird noch weniger ärgerlich, wenn man sie mit den Beträgen vergleicht, die Besucher in Disneyland oder den Universal Studios lassen. Ein Wochenende in den Parallelwelten kann für schnell ein paar Tausend Dollar kosten - ohne, dass sich jemand darüber aufregt.


Mein Tipp: Checke vor und während deiner Reise nochmals, ob sich an diesen Richtlinien für die Eintrittspreise in den amerikanischen Nationalparks etwas geändert hat.


>