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Sitgreaves Pass: Herausforderung an der Route 66
Gegenwärtig liegt Sitgreaves Pass fernab der Durchgangsstraße von Ost nach West. Doch mit seiner Höhe von mehr als 1000 Metern galt er früher nach der bereits langen Reise über die Route 66 als Herausforderung für Fahrer und Material. Heute ist der Abschnitt eher berühmt für die Esel, die sich hier eingerichtet haben.

Wer von Hackberry auf der Route 66 in Arizona weiter in Richtung Westen fährt, kann sich auf ein Highlight nach dem anderen freuen. Zunächst warten an der Straße warten mit der vier Meter großen Skulptur Giganticus Headicus ein weiteres Fotomotiv.
Zwischenstopp in Kingman
Danach nimmt die historische 66 Kurs auf Südwesten, um in Form einer 20 Meilen langen Gerade durch Kingman zu führen. Das Wüstenstädtchen hat seit 1980 seine Bevölkerung auf nunmehr knapp 35 000 vervierfacht. Die Gründe sind auf den ersten Blick schleierhaft, denn so etwas wie einen Ortskern mit Charme sucht man vergeblich.

Doch bei näherem Hinsehen fällt auf, dass Kingman nicht nur am Interstate 40 sondern auch an der State Road 93 liegt, die Las Vegas mit Phoenix verbindet. Darauf hat sich der Ort eingerichtet, so gut wie jeder Trucker im Lande hat hier schon Nächte verbracht.

Auch die 66 hat ihre Spuren hinterlassen. Frühstück bis in den Nachmittag gibt es bei Rutherford’s Diner. Vor Mr. D’z Diner weist sogar ein Schild die Distanzen nach St. Louis und Chicago aus. Gegenüber fühlt sich ein Oldtimer-Händler bemüßigt in seinem Schaufenster zur Rettung Amerikas und den Schutz der Familie des aktuellen Präsidenten aufzurufen.
Sitgreaves Pass am Horizont
Eher Dinge also, die zur raschen Weiterfahrt animieren. Hierfür ist volle Konzentration angebracht, denn jenseits von Kingman wartet das lange Zeit am meisten gefürchtete Hindernis der gesamten 66: Sitgreaves Pass.

Zwischen erodierten Tafelbergen und knorrigen Wacholdersträuchen windet sich die Straße hier durch eine Landschaft, die jedem John-Ford-Western als Kulisse gerecht würde. Auf nur zwei Spuren geht es hinauf bis auf eine Höhe von 1093 Metern. Ein Stresstest für die Vehikel vergangener Zeiten, die nur mit einem Bruchteil der PS heutiger Fahrzeuge ausgestattet waren. Und ein Test für alle Fahrer, wie es auf dem bisherigen Verlauf der Trasse noch nicht gegeben hat.
Nostalgie im Western-Städtchen Oatman
Auf dem Weg zur Passhöhe wechseln sich Aussichtspunkte mit Outdoor-Siedlungen ab. Auch die Relikte ausgedienter Goldminen tauchen auf. Ein herrlich abenteuerliches Terrain, das in Oatman seinen gestalterischen Höhepunkt erreicht. Etablissements wie Judy’s Saloon und Pool Hall, Outlaw Willie’s und Jackass Ron’s Knives and Swords erfreuen Western-Fans und Nostalgiker gleichermaßen.

Bild: Simon Hermans/Unsplash
Apropos Jackass: In Oatman ist Vorsicht auf der Straße angebracht. Nachdem sich nicht mehr Tag für Tag Fahrzeugkolonnen durch den Ort gequält haben, hat sich eine Kolonie Esel heimisch gemacht (Jackass = männliche Maultiere). Die Tiere leben in den umliegenden Hügeln. In der Vergangenheit wurden die Tiere achtlos gefüttert, weshalb sie einen sehr zutraulichen Eindruck machen. Das geht sogar so weit, dass die Jackasses den Weg in Geschäfte finden. Doch es versteht sich von selbst, dass man sich daran tunlichst nicht beteiligen sollte.

Es ist nicht das letzte Kuriosum im mittlerweile viel besser erschlossenen Grenzland mit Kalifornien. Das nahe Laughlin etwa ist eine Art Miniaturausgabe von Las Vegas am Colorado River. Und am Stausee Lake Havasu steht eine exakte Kopie der London Bridge.
Informationen zum Sitgreaves Pass
Weitere Informationen zu den Highlights von Arizona findest du auf der Homepage des Tourismusbüros.
Sitgreaves Pass ist eine Passstraße in Arizona. Sie erreicht eine Höhe von 1093 Metern und war früher Bestandteil der Originaltrasse der Route 66. Sitgreaves Pass stellte durch seine kurvenreichen Verlauf und die erheblichen Steigungen Fahrer und Material vor Herausforderungen. Heute wird die Passstraße vor allem touristisch genutzt.
Sitgreaves Pass ist als ultimative fahrerische Herausforderung der Route 66 bekannt. Gegen Ende der Mother Road war die Passstraße ein gefürchteter Test für Mensch und Material.
Heute ist der am Pass gelegene Ort Oatman als Westernstädtchen für Nostalgiker bekannt. Auch hat sich hier eine Esel-Population häuslich eingerichtet, die recht unbefangen durch die Straßen wandelt.
Oatman ist ein kleines Kaff, das aus einer Handvoll Western-Bauten besteht. Die Esel-Population ist größer als die der Menschen. Schau dir auf dem Weg dorthin auf jeden Fall die Cool Springs Station an. Die geschichtsträchtige Tankstelle liegt kurz vor Beginn der Passstraße.
8275 W. Oatman Road, Kingman, AZ 86413, 928 768 83 66, route66coolspringsaz.com
In Oatman am Sitgreaves Pass gibt es das Oatman Hotel, Restaurant & Bar. Übernachten allerdings kann man hier nicht. Doch eine Visite dieses Kuriositätenkabinetts, dessen Wände mit Dollarnoten und einem Poster von Willy Nelson bekleidet sind, lohnt allemal.
181 Main Street, Oatman, AZ 86433, Tel. 928 768 44 08, täglich von 10 bis 18 Uhr.
Wenn du in der Nähe des Sitgreaves Pass übernachten möchtest, checkst du am besten bereits in Kingman ein. Hier warten unzählige Kettenmotels, doch keine attraktiven Unterkünfte für Nostalgiker. So kannst du am nächsten Morgen ausgeschlafen den Sitgreaves Pass befahren.
Frühstücken kannst du in Kingman bei Rutherford‘s Diner. Die Crew serviert Burritos, Hash Browns und ähnliche Kost in einem Ambiente wie im Tarantino-Film.
2011 East Andy Devine Avenue, Kingman, Tel. 928 377 16 60 (keine Webseite), tgl. 6–20 Uhr
