Ansicht einer schwarzen Corvette Manta Ray

Zuletzt bearbeitet am 25/09/2026


Das National Corvette Museum in Bowling Green

Das National Corvette Museum in Bowling Green (Kentucky) ist ein Muss für Auto-Freaks. Doch seinen Ruhm verdankt das Ausstellungshaus nicht nur schnittigen Sportwagen, sondern auch einer topographischen Besonderheit des US-Bundesstaats.

Eine Corvette Stingray ausgestellt im National Corvette Museum in Bowling Green, Kentucky

Am 2. Februar 2014 machte das National Corvette Museum in Bowling Green weltweit Schlagzeilen. Grund war ein beispielloses Ereignis: Um viertel vor Sechs in der Früh hat der Boden des Skydome nachgegeben, dem schönsten Saal, den das in Kentucky stehende Ausstellungshaus zu bieten hat.

Das Erdloch hat acht einzigartige Corvettes im Wert von mehr als einer Million Dollar mit sich gerissen, darunter das millionste Auto des Typen.

Der Einsturz des National Corvette Museum

Verletzt wurde niemand, weil sich um diese Uhrzeit niemand im Museum aufhielt. Doch der Schreck saß tief in Bowling Green und Fans der Edelmarke aus dem Hause Chevrolet waren bestürzt. Doch die Kleinstadt im Süden von Kentucky war mit einem Schlag bekannt.

Wracks im Showroom des National Corvette Museum, wo der Boden in einem Erdloch versackt ist

Während der Rest der Welt über den Vorfall staunte, waren Kenner der Region nicht so überrascht. So ist Kentucky bei Geologen für seine Karstböden bekannt. Durch unterirdische Erosion begünstigen diese die Bildung von Höhlen. So ist es denn auch kein Zufall, dass Kentucky mit der Mammoth Cave das größte bekannte Höhlensystem der Welt beherbergt.

Erfolgreiche Bergungsarbeiten

Wohl auch, weil keine Personen verletzt wurden, stand die Ermittlung von Schuldigen nie im Vordergrund. Viel mehr konzentrierten sich die Verantwortlichen darauf, die weiteren 20 im Skydome ausgestellten Corvettes zu retten. Ein Eingriff, der von Erfolg beschieden war.

Wracks von Corvettes im sogenannten Skydome des National Corvette Museum in Kentucky

Im darauffolgenden Monat hat ein Team fünf Wracks aus dem mehr als zehn Meter breiten Erdloch geborgen. Die anderen drei Corvettes hingegen waren unerreichbar und wurden bei der Auffüllung des Lochs für immer dem Erdreich übergeben.

Pilgerstätte für Corvette-Fans

Die Narben der Wunden sind bis heute im National Corvette Museum zu sehen. Zu diesem Zwecke wurden die Umrisse des Lochs auf neuem Boden weiß markiert. Darauf thronen als bizarre Mahnmale die Wracks der einst ruhmreichen Fahrzeuge. Auch hat das Haus der Dokumentation des Vorfalls eine Sonderfläche eingeräumt.

Autor Ralf im National Corvette Museum in Bowling Green, Kentucky

Davon abgesehen jedoch herrscht in Bowling Green schon lange wieder »business as usual«. Für Anhänger der formschönen Sportwagen ist das Automuseum ohnehin eine Pilgerstätte. Doch auch wer sich der amerikanischen Autoindustrie eher am Rande verbunden fühlt, kommt im National Corvette Museum auf seine Kosten.

Die Corvette: Amerikanische Popkultur

Das liegt am eleganten Design der Sportwagen und an der zeitlosen Werbung, mit der die Marke auf Kundenfang gegangen ist. Doch auch die Einbettung der Corvette in die amerikanische Popkultur entbehrt nicht einer gewissen allgemeingültigen Faszination.

Corvette Cutaway in Bowling Green mit Schautafel des Designers Harley Earl

Hier die Reproduktion einer Vintage-Tankstelle, dort die Pappaufsteller von Roy Orbison oder Elvis – und eine stilisierte Karte der Route 66 darf auch nicht fehlen.

Ein Roadtrip im Cinemascope-Format

Dies alles beflügelt die Fantasie und weckt die Sehnsucht nach einem Roadtrip mit Americana-Bildern im Cinemascope-Format. Auch vor Ort aber mangelt es nicht an Blickfängen.

Ein zitronengelber Wagen im National Corvette Museum in Bowling Green im US-Bundesstaat Kentucky

Die Corvette Astro I von 1967 mit ihrer langgezogenen Motorhaube, ihrer monochromen Lackierung und ihrem winzigen Cabrio-Fahrerhaus zum Beispiel sieht sowohl aerodynamisch und futuristisch wie auch beängstigend fragil aus.

Die Corvette Manta Ray: Krönung der Schöpfung

Und wer schmilzt nicht dahin beim Anblick der schwarzen Chevrolet Corvette Manta Ray aus dem Jahre 1965? Ein Wagen von kühner, fast übermütiger Gestalt, der tatsächlich an die Form eines Mantarochen erinnert.

Logo der Corvette Manta Ray

Mit seinen 431 Pferdestärken und einem Hubraum von 6997 Kubikzentimetern mag dem Wagen jedoch aus heutiger Sicht eine gewisse Übermotorisierung attestieren. Aber so waren die Zeiten nun einmal: unbekümmert und voller Glauben an Fortschritt.

Infos zum National Corvette Museum

Gibt es ein Corvette-Museum in den USA? 

Ja, die Automarke Chevrolet hat ihrem wohl prominentesten Sportwagen-Modell, der Corvette, ein eigenes Museum gewidmet. Es befindet sich in der Stadt Bowling Green im Süden Kentuckys. 

Wie komme ich am besten nach Bowling Green? 

Von Louisville, der mit Abstand größten Stadt Kentuckys, sind es gut 175 Kilometer nach Bowling Green. Von Nashville im Bundesstaat Tennessee sind es nur etwas mehr als 100 Kilometer RIchtung Norden. Anfahrt über Ausfahrt 28 des Interstate 65.

Was muss ich im Süden Kentuckys gesehen haben?

Wer in Bowling Green ist, darf sich auf keinen Fall den Mammoth Cave National Park entgehen lassen. Dabei handelt es sich um das größte bekannte Höhlensystem auf Erden. Mammoth Cave befindet sich gut 45 Kilometer oder eine halbe Autostunde nordöstlich von Bowling Green.

Praktische Informationen über das National Corvette Museum

National Corvette Museum: 350 Corvette Drive, Bowling Green, Kentucky 42101, Tel. 270 781 7973. Das Museum ist während der Saison täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, Tickets kosten 25 Dollar. Zur Homepage geht es hier.

Weitere Informationen auf der Homepage des Tourismusbüros von Kentucky.

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