Skyline von Seattle mit der Space Needle

Zuletzt bearbeitet am 11/08/2026

Die Highlights von Seattle

Beim Städtetrip nach Seattle muss jeder Besucher auf die Space Needle fahren. Doch was hat die Metropole am Puget Sound sonst noch zu bieten? Ein Blick auf die Highlights von Seattle. 

Das Museum of Popular Culture von Frank O. Gehry in Seattle mit der Space Needle

Bevor wir uns beim Städtetrip nach Seattle in der Gegenwart umsehen, unternehmen wir eine Reise in die Zukunft. Um genau zu sein handelt es sich dabei um jene Zukunft, wie sie sich die Menschen in den frühen 1960er Jahren ausgemalt haben. Der Trip dauert drei Minuten und führt uns an Bord eines stromlinienförmigen Waggons auf das 1,6 Kilometer entfernte Expo-Gelände.

Seattle Sehenswürdigkeit Nummer eins: Die Space Needle

An der Endstation der ebenso futuristischen wie kurzen Monorail wartet eine weitere Ikone der Weltausstellung von 1962: die 185 Meter hohe Space Needle. Mit ihrer raumschiffartigen Kapsel, die auf einem elegant geschwungenen Schaft thront, strahlt auch sie eine fast schon euphorische Aufbruchstimmung aus.

Autor Ralf auf der Space Needle in Seattle

Ein Blick von der Aussichtsplattform bestätigt diesen Optimismus: Seattle besitzt eine beeindruckende Skyline. Die geschäftige Stadt ist herrlich an der Elliott Bay gelegen. Und am Horizont sind nicht selten schneebedeckte Berge zu erkennen.

Surfbretter mit Porträts der Mitglieder von Pearl Jam im Museum of Popular Culture in Seattle

Aufsehenerregende Kulturbauten

Nach vielen staunenden Blicken fällt unser Blick von der rundumverglasten Plattform auf ein Gebäude, dessen Bauch die Monorail kurz vor der Endstation durchquert. Es ist das von Frank O. Gehry entworfene Museum of Pop Culture (MoPop). Der Architekt gilt als sichere Bank für aufsehenerregende Kulturbauten. Doch neben der Space Needle verblasst sein Entwurf ein wenig.

Museum of Popular Culture in Seattle auf einem Bild mit der Space Needle

Offensichtlich sah sich Gehry angesichts der optischen Konkurrenz veranlasst, die Titanfassade einzufärben und wie mit einem Lockenwickler aufzudrehen. Ein Stilbruch, wegen dem Seattle mit dem dekonstruktivistischen Fanal bis heute fremdelt.

Städtetrip nach Seattle: Die Heimat von Sub Pop

An der Mission des Ausstellungshauses ändert das nichts. Das MoPop erinnert vor allem an die ungefähr von 1989 bis 1992 dauernde Epoche, in der Seattle als ultimatives Forschungslabor für die Zukunft der Popmusik galt.

Flagship Store des Plattenlabels Sub Pop in Seattle

Damals war es Bands wie Nirvana, Pearl Jam und Soundgarden zum allgemeinen Erstaunen gelungen, den Sound des Undergrounds massenkompatibel zu machen. Epizentrum der Grunge-Bewegung war das Crocodile Café, auf dessen Bühne die Revolution Abend für Abend greifbar wurde.

Wand mit Aufklebern beim Plattenladen Sub Pop in Downtown Seattle

Plattenlabels wie Sub Pop oder K Records aus dem nahen Olympia begleiteten den Hype und bestimmten durch ihre Verpflichtungen, wer die Stars der nächsten Stunde wurden. Matt Dillon verkörperte den Prototyp des erfolgsverwöhnten Grungers sogar im Kino. In »Singles« stolziert er mit langen Haaren, Holzfällerhemd und grenzenloser Selbstverliebtheit über die Leinwand.

Das Museum of Pop Culture: kein reines Grunge-Museum

Das MoPop aber ist kein reines Grunge-Museum, dafür wurde der Sound of Seattle zu früh in die Rolle einer Fußnote der Musikgeschichte zurückgedrängt.

Skulptur aus Gitarren im MoPop in Seattle

So bleibt der noch unvollendeten Ausstellung auch Spielraum für Hiphop, Pop aus Korea, Horrorfilme und Comics. Zudem lockt das Haus mit der weltgrößten Sammlung an Erinnerungsstücken aus dem Nachlass von Jimi Hendricks, dem immer noch berühmtesten Sohn der Stadt.

Gebäudekomplex The Spheres in Downtown Seattle mit gläsernen Kugeln

Zurück auf dem Expo-Gelände passieren wir eine Halle, die 1964 im Jahr ihrer Eröffnung Schauplatz zweier Beatles-Konzerte war. Später fungierte sie als Wirkungsstätte der Seattle Supersonics, deren Verlust die Stadt auch 14 Jahre nach dem Abschied in Richtung Oklahoma City noch nicht so recht verkraftet hat. Die Arena hingegen hat einen neuen Nutzer gefunden: Seit 2021 ist sie die Heimat der Seattle Kraken.

Amazon ist überall in Seattle

Das NHL-Team hat bewusst auf einen ressourcenintensiven Neubau verzichtet und die Halle für stolze 1,15 Milliarden Dollar umgebaut. Als erstes Bauwerk seiner Art kann die Climate Pledge Arena nun einen klimaneutralen Betrieb für sich beanspruchen.

Supermarkt von Amazon Fresh in Seattle

Auch hebt sie sich durch ihren Namen von den üblichen Gesetzen des Sponsoring ab. Dabei aber soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Arena zum Amazon-Konzern gehört. So wie die Tech-Riesen der Region spätestens auf den zweiten Blick allgegenwärtig sind.

Die Elliott Bay auf Höhe des Port of Seattle

Über die West Thomas Street schlendern wir zur Elliott Bay, die hier zwischen Hafen und der City von Seattle einen fast schon verlassenen Eindruck macht. Im Myrtle Edwards Park lassen wir uns bei herrlichem Sonnenschein mit einem Veggie Lover Sandwich aus dem Deli nieder. Auf der anderen Seite der Bucht erkennen wir Bainbridge Island, einen populären Rückzugsort für viele Reiche. Weiter gen Norden sehen wir die Olympic Mountains. Eine weitere Erinnerung an die privilegierte Lage dieser Stadt.

Seattles touristische Waterfront

Vorbei an kleinen Stränden folgen wir dem Elliott Bay Trail zur Waterfront, wo auf ehemaligen Hafenpiers ein Riesenrad, Seafood-Restaurants und das in die Jahre gekommene Aquarium auf Touristen warten. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, würde sich Seattle nicht auch hier von seiner fortschrittlichen Seite zeigen.

Riesenrad an der Waterfront von Downtown Seattle

Bis vor Kurzem war die Waterfront noch durch eine Schnellstraße vom Rest der Stadt abgetrennt. 2019 aber wurde das viel befahrene Viadukt als größte städtebauliches Erneuerungsprojekt der jüngeren Geschichte abgerissen. Seitdem werden mehr als 90 000 Autos pro Tag durch einen Tunnel geschleust. Ein vorbildliches Projekt. 

Pike Place Market: Seattles ältestes Highlight

Nun ist Ruhe eingekehrt an einem der schönsten Orte der Stadt. Von dieser profitieren auch die Besucher des Pike Place Market. Mit seinem Angebot an frischen Waren vom Bauernhof, Street Food und Blumen mag auch dieser wie eine städteplanerisches Projekt von heute wirken.

Blick auf den Public Market an Seattles Waterfront

Doch in Wahrheit war Seattle der Zeit weit voraus: der Pike Place Market existiert in nahezu unveränderter Form seit 1907, womit er zu den ältesten der USA gehört.

Stände in Seattles Public Market mit formschönen Neonreklamen

Geschichte hat er als erster Standort einer Kaffeerösterei geschrieben, die 1971 ihre Pforten geöffnet hat. Damals sollte es noch über ein Jahrzehnt dauern, ehe Starbucks damit begonnen hat, aufgebrühten Kaffee anzubieten. Und noch viel länger, ehe Mitarbeiter in aller Welt die Pappbecher wartender Kunden mit Filzstift bekritzelten.

Per E-Bike nach Pike/Pine

Wie wir nach einer kurzen Fahrt auf dem E-Bike entdecken, hat der Weltkonzern diese Evolutionsstufe zumindest in Seattle wieder hinter sich gelassen. Das Verkehrsmittel ist ideal für Transfers innerhalb der Stadt und gehört zum selben Sharing-System, das auch die Benutzung von Elektrorollern ermöglicht.

Ein Affogato bei Starbucks in Seattle

So stehen wir nach gut zehn Minuten im hippen Viertel Pike/Pine, wo alles anders ist. Hier laufen Männer in Frauenklamotten herum, es gibt "Gay Plants" im Blumenfachhandel und jeder scheint eine intellektuelle Vergangenheit zu haben. Nur eines ist identisch mit dem Rest der Stadt: das Lieblingsgetränk ist Kaffee. 

Espresso mit Blumengedeck bei Monorail Espresso

Städtetrip nach Seattle: eine analoge Attraktion

Wir befinden uns nun im Studentenviertel Capitol Hill, wo wir die Elliott Bay Book Company ansteuern, die mit 150 000 vorrätigen Titeln zum stundenlangen Stöbern einlädt. Ganz so, als wäre die digitale Revolution nie über den Status eines Gerüchts hinausgekommen.

Blick in die Buchhandlung Elliott Bay Book Company in Seattle

Um die Ecke bei Zions Gate Records lockt eine ähnlich umfangreiche Vinyl-Sammlung. Inklusive Abteilung für den Sound of Seattle. Secondhand-Läden, Ethno-Restaurants und Live-Clubs runden das Portfolio des bunten Viertels ab.

Ausflug nach Fremont

Beflügelt von dieser Erkenntnis besuchen wir weitere Neighborhoods. Über einen abgetrennten Weg radeln wir nach Fremont.

E-Bike vor Leninstatue im Stadtteil Fremont in Seattle

Unterwegs beobachten wir, wie Wasserflugzeuge auf dem Lake Union starten und landen, ehe wir vor einer Brücke mit gusseisernen Torbögen zu einem Schild gelangen, das den Stadtteil als »Center of the Universe« ausweist.

Skulptur einer Fantasiegestalt unter einer Brücke in Fremont

Neugierig überqueren wir das Wasser, um uns nach wenigen Minuten mit vielen Fragen konfrontiert zu sehen: Wie ist diese Lenin-Statue hierhingekommen und warum ist sie mit Farbe bekleckert?

Die Brücke zum Stadtteil Fremont in Seattle

Wieso gibt es auf der Welt nicht mehr Geschäfte wie die Fremont Vintage Mall? Und warum haben wir noch nie so leckere koreanische Fusion-Tapas wie im Revel gegessen?

Kerry Park: Der beste Ausblick auf Seattle

Eher gediegen präsentiert sich derweil Queen Anne, wo Seattle in Konkurrenz zu San Francisco tritt. Um die von blühenden Rhododendronbüschen umgebenen Villen zu erreichen, müssen wir mehr als 100 Höhenmeter überwinden.

Rhododendron mit Blick auf Seattle und Puget Sound im Viertel Queen Anne in Seattle

Dank der E-Bikes gelangen wir ohne größere Anstrengung zum Kerry Park. Hier kommen wir noch einmal in den Genuss von vielem, was diese Stadt ausmacht: die Space Needle und die Skyline mit dem vielen Wasser.

Blick von Queen Anne in Seattle auf die Skyline der Stadt

Nur dass sich am Horizont heute sogar Seattles mächtiger Hausberg zeigt. Eingehüllt in rosiges Abendlicht wacht der 4392 Meter hohe Mount Rainier über die Stadt. So wie es immer war und immer sein wird – zumindest an ausgesuchten Tagen.

Infos zum Städtetrip nach Seattle

Wie komme ich von Deutschland aus nach Seattle? 

Seattle hat 735 000 Einwohner, im Ballungsraum leben 4 Millionen Menschen.

Lufthansa fliegt den Seattle/Tacoma International Airport täglich nonstop an. Tickets kosten in der Nebensaison ab 700 Euro. Weitere Informationen auf der Homepage von Visit Seattle.

Wie ist die Einreise am Flughafen von Seattle?

Der Seattle-Tacoma International Airport (SEA) ist hervorragend an die Stadt angeschlossen. Das International Terminal wurde 2021 gründlich renoviert.

Die Wartezeiten bei der Erledigung der Einreiseformalitäten („Immigration“) gelten im Vergleich als kurz. 


Wie komme ich vom Flughafen Seattle in die Stadt?

Die Link Light Rail (portseattle.org) bringt Fahrgäste innerhalb von 38 Minuten nach Downtown. Tickets kosten 3 USD pro Strecke. 

Wie kommt man innerhalb Seattles am besten von A nach B?

Seattle verfügt über ein gut ausgebautes ÖPNV-System inklusive Flughafenanschluss.

Innenhalb der Stadt bietet sich auch die Sharing-Systeme von Lime (li.me) und Veo (veoride.com), die E-Bikes und Roller anbieten.

Ist Seattle eine sichere Stadt?

Einige Ecken in Downtown Seattle werden in hohem Maße von Obdachlosen bevölkert. Das betrifft vor allem die 3rd Avenue und den Pioneer Square.

Davon abgesehen ist Seattle eine sehr sichere Stadt. Du kannst dich auch im Dunkeln gefahrlos durch die Stadtviertel bewegen. 

Gibt es ein schönes Boutique-Hotel in Seattle?

Mit persönlich hat das Hotel Ändra sehr gut gefallen. Es befindet sich mitten in der Stadt und versteht sich als Hotel, in dem sich vor allem Europäer wohlfühlen, ab 200 $ im DZ.

Wichtige Shopping-Adressen in Seattle

Elliott Bay Book Company: Fans von Buchhandlungen müssen unbedingt diesen riesigen Flaghip-Store besuchen 521 10th Avenue, Seattle, WA 98122, geöffnet täglich von 9 bis 22 Uhr.

Sub Pop: Flagship-Store des legendären Plattenlabels an der Waterfront. 908 Alaskan Way, Seattle, WA 98104, täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. 

Pike Place Market: 85 Pike Street, Seattle, WA 98101, täglich 8 bis 18 Uhr. 

Lieblings-Restaurant in Seattle

Damn the Weather: Das Lokal kokettiert mit dem notorisch verregneten Winterwetter und tröstet mit gehobener neoamerikanischer Küche darüber hinweg.

Adresse: 116 1st Avenue S, Seattle, geöffnet montags bis donnerstags 11 bis 22, freitags, samstags 11 bis 23, sonntags 11 bis 16 Uhr, damntheweather.com.

Wichtige Adressen in Seattle

Die Space Needle 

Adresse: 400 Broad Street, Seattle, WA 98109.

Öffnungzeiten: Die Öffnungzeiten der Space Needle sind von den Jahreszeiten abhängig. 

Eintritt: Tickets für die Space Needle sind ab 49 USD buchbar. Es existieren Pakete mit anderen Attraktionen. 

Das Museum of Popular Culture

Das Museum of Popular Culture: Das Haus befindet sich neben der Space Needle in einem Bau von Frank O. Gehry. Die Sammlung beschäftigt sich auch mit diversen anderen Aspekten der Popkultur.

Museum of Popular Culture, 325 5th Ave. N., Seattle, geöffnet Donnerstag bis Dienstag von 10 bis 17 Uhr (Di nur bis 15 Uhr), Eintritt 28,50 USD, mopop.org. 

Die Monorail 

Seattles Monorail verbindet zwei Stationen miteinander. Die Fahrt dauert lediglich zwei Minuten. Die eine Station befindet sich in Downtown am Westlake Center (4th Ave, Pine St, Seattle, WA 98101), die andere neben der Space Needle (370 Thomas Street, Seattle, WA 98109). 

Tickets kosten 4 USD pro Fahrt. Du kannst sie in den Bahnhöfen kaufen oder über die App des Nahverkehrbetriebs Orca. 

Die Monorail in Seattle im Bahnhof

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