
Das Shreveport Auditorium: die Bühne, auf der Elvis groß wurde
Das Municipal Auditorium ist als Austragungsort des Louisiana Hayride in die Musikgeschichte eingegangen. Die majestätische Halle beherbergt die Bühne, auf der Elvis in Shreveport groß wurde. Bis heute lockt der Bau die Stars der Welt.

Auch die meisten Amerikaner schauen fragend in die Runde, wenn sie den Namen Shreveport hören. Die im Nordwesten von Louisiana gelegene Stadt belegt auf der Liste der wichtigsten Ballungsräume der USA Rang 99. Dabei ist sie Dallas, Texas, geographisch näher als Louisianas innig geliebter Metropole New Orleans.
Shreveport steht selten im Rampenlicht
Nur selten erlangt Shreveport nationale Aufmerksamkeit. So zum Beispiel, als der damalige Präsident George Bush am 11. September 2001 hier mit der Air Force One landete.

Nach den Wirren der Anschläge richtete er von der Barksdale Air Force Base ein erstes Mal das Wort an die verwundete Nation. Grund für die Wahl des Ortes ist die Tatsache, dass in Shreveport die B-52-Flotte der Luftwaffe stationiert ist, wo Bush sich einigermaßen sicher fühlte.
Heimat des Louisiana Hayride
Früher zog Shreveport mit seinen heute 190 000 Einwohnern häufiger die Aufmerksamkeit auf sich. Das lag vor allem an der Radio-Show Louisiana Hayride, die nach der Grand Ole Opry in Nashville die zweitwichtigste der musikhungrigen Nation war.

Ein junger Mann namens Elvis Aaron Presley war 1954 mit seiner Bewerbung in der Grand Ole Opry gescheitert. Also heuerte er stattdessen in Louisiana an, wo sich der Hayride seit der ersten Ausstrahlung 1948 zur Cradle of the Stars gemausert hatte. So wurde das Shreveport Municipal Auditorium zur Bühne, auf der Elvis groß wurde.
Shreveport Municipal Building: Wo Hank Williams und Johnny Cash auftraten
Der Bau stammt aus den späten 1920ern und ist im Geiste der Zeit üppig mit Art-déco-Elementen verziert. Mit einem Fassungsvermögen von 3200 Zuschauern war der Saal ein Garant für wilde Abende. Zu den ersten regelmäßigen Gästen gehörte Hank Williams, doch schon bald betraten zudem Jim Reeves und Johnny Cash das Podium.

Auch Elvis hatte bereits von dem Hype gehört, den die auf Country and Western spezialisierte Show in Shreveport ausgelöst hatte. Also machte er sich im Herbst 1954 auf den Weg in den entlegenen Teil Louisianas.
Dort unterschrieb er im Oktober einen Vertrag, der ihn an jedem Samstag zu einem Auftritt im Louisiana Hayride verpflichtete. 18 Dollar pro Woche bekam er für seine Show.
Elvis in Shreveport: Bühne für den King of Rock'n Roll
Während dieser Auftritte verfeinerte Elvis seine Technik am Mikrofon, an der Gitarre und auf der Tanzfläche. Gleichzeitig fanden seine Auftritte über die Live-Ausstrahlung im Radio von CBS ein landesweites Publikum. So wurde das Shreveport Municipal Auditorium zu jener Bühne, auf der Elvis groß wurde.

1956 hatten sich die Talente von Elvis in Shreveport bereits so weit herumgesprochen, dass es im Municipal Auditorium zu einer Massenhysterie kam. Spätestens jetzt hatten der Rock’n’Roll und sein erster großer Star ein neues Level erreicht.
Elvis has just left the Building
Um die weiblichen Anhänger zu beruhigen, sprach der Ansager Horace Lee Logan die legendären Worte „Elvis has left the building“. Bis heute ein geflügeltes Wort.

Im selben Jahr nahm Colonel Tom Parker Elvis unter seine Fittiche, um ihn innerhalb weniger Jahre zum unumstrittenen King of Rock’n’Roll machen. Zur weiteren Illustration schaue man sich nur den biographischen Film von Baz Luhrmann an.
Beliebte Bühne für afroamerikanische Künstler
Shreveport konnte noch eine Weile von dem Ruhm profitieren, den der Louisiana Hayride und Elvis gebracht hatten. Musikhistorisch wichtig ist vor allem der Umstand, dass eine Reihe afroamerikanischer Künstler im Shreveport Municipal Auditorium große Erfolge feierten. Dazu gehören James Brown, Aretha Franklin und B.B. King. Die großen Zeiten der Radiosendung aber waren Ende der 1960er vorbei.

Auch auf das Auditorium sollten schwere Zeiten zukommen. Das vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts prosperierende Shreveport erlebte einen schleichenden Niedergang. Für Konzerte hatten die Leute kein Geld.
Erst 2004 feierte die frisch renovierte Bühne einen zweiten Frühling. Seitdem kommen Größen wie Bob Dylan, Jack White oder Lyle Lovett eigens nach Shreveport, um auf die Bühne aufzutreten, auf der Elvis groß wurde.
Zweiter Frühling für Shreveport
Auch die Stadt selbst scheint sich langsam zu erholen. In den zurückliegenden Jahrzehnten erlitt das an den Ufern des sagenumwobenen Red River gelegene Zentrum das beklagenswerte Schicksal, als Standort für Casino-Hotels herhalten zu müssen.

Zuletzt aber poppten an vielen Orten der Stadt Künstlerateliers, Cafés und sogar ein Boutique-Hotel auf. Eine längst überfällige Entwicklung für die Stadt, in der Elvis groß wurde.
Infos zu Shreveport & Auditorium
Shreveport ist vor allem für das Municipal Auditorium bekannt. Das 3200 fassende Theater ist als jene Bühne in die Musikgeschichte eingegangen, auf der Elvis Presley seine ersten Auftritte absolviert hat.
Adresse: 705 Elvis Presley Avenue, Shreveport, LA 71101
Termine für Führungen auf der Homepage, Tickets 20 USD.
Nachdem seine Bewerbung in der Grand Ole Opry in Nashville gescheitert war, hat Elvis Presley eine neue Chance Louisiana Hayride gewittert.
Die Show wurde seit 1948 in Shreveport, Louisiana, ausgestrahlt und hatte gehörig Furore gemacht. Also machte sich Elvis im Herbst 1954 auf den Weg in die Nordwestecke Louisianas.
Dort unterschrieb er im Oktober einen Vertrag, der ihn an jedem Samstag zu einem Auftritt im Louisiana Hayride verpflichtete. 18 Dollar pro Woche bekam er für seine Show.
Der Louisiana Hayride war eine Radio-Show, die seit 1948 in Shreveport, Louisiana, ausgestrahlt wurde.
Johnny Cash und Hank Williams gehören zu den Künstlern, die hier aufgetreten sind.
Im Oktober 1954 heuerte Elvis Presley in Shreveport an. Beim Louisiana Hayride absolvierte er seine ersten Auftritte. Seine Popularität stieg rasant.
Shreveport befindet sich im Nordwesten des US-Bundesstaats Louisiana. Bis nach Dallas, Texas, sind es 300 Kilometer, New Orleans ist 500 Kilometer entfernt.
Der Besuch Shreveports eignet sich somit vor allem während eines Roadtrips durch Texas und Louisiana. Wer eigens mit dem Flieger anreisen möchte, kann unter anderem Verbindungen von Atlanta in Anspruch nehmen.
In Shreveport hat ein cooles, neues Boutiquehotel aufgemacht: The Remington Suite (220 Travis St, Shreveport, LA 71101, remingtonsuite.com). Es hat individuell eingerichtete Zimmer und einen Pool und befindet sich in einem Backsteinbau aus der Gründerzeit.
Ich habe zwei coole Restaurants in Shreveport ausfindig gemacht.
Ernest’s Orleans Restaurant and Cocktails: Quicklebendiges Lokal mit Gerichten aus Italien und Louisiana. Enorm große Portionen, am Wochenende mit Live-Musik. 601 Spring Street, Shreveport, LA 71101 ernestsorleans.com
Fertitta’s Delicatessen: Old School Deli, das in vierter Generation von italienischen Einwanderern betrieben wird. 1124 Fairfield Avenue, LA 71101
Ich habe in Shreveport mehrere coole Geschäfte entdeckt, die Memorabilien aus der Zeit des Louisiana Hayride verkaufen.
An der Line Avenue zwischen Gladstone Boulevard und Stephenson Street im Stadtteil Highland/Stoner Hill gibt es einige Vintage-Läden. Bei Kitty’s Kitsch, Timeline Antiques und Antiques on Gladstone gibt es mit etwas Glück auch Memorabilien aus der Elvis-Ära und der Zeit des Louisiana Hayride.
Schallplatten verkauft der Little Shop of Music, 1055 Louisiana Avenue (thelittleshopofmusic.com)

